2025

Essenz

Interaktive Performance an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
gezeigt am Rundgang 2025
in Kooperation mit Enno Lehmann
Loreen Seznec und Juliane Henning (Kommunikationsdesign), Aglaja Kneer (Restaurierung)

Die Rosen am Campus der ABK blühen jeden Sommer und schaffeneinen atmosphärischen Raum, der Sinne und Sinnlichkeit anspricht. Ein Umfeld, das besonders an einer Kunstakademie wichtig ist. 

Als ich erfuhr, dass die Rosen seit 2013 von Enno Lehman gepflanzt und gepflegt werden und er diese Arbeit als „Blütezeit’“ betitelte, wollte ich mich daran beteiligen. Dabei geht es mir um das Konservieren und Weitertragen von „Blütezeit’“. Doch wie kann ich etwas bewahren, das dafür bestimmt ist, zu vergehen? 

Kurz vor dem Verblühen habe ich die Blütenblätter von den Rosenbüschen am Campus der ABK geerntet und eingefroren. In meiner Performance am Rundgang habe ich diese gemeinsam mit Besucher*innen destilliert, um Rosenhydrolat herzustellen. Das Rosenhydrolat füllte ich in kleine Glasflaschen und die Besucher*innen waren eingeladen, sich eine zu nehmen. Die Fläschchen wurden weder verkauft noch verschenkt – sie wurden nach dem Prinzip Geben für Geben angeboten. Dabei konnten die Besucher*innen selbst bestimmen, was sie in welcher Form an wen geben möchten. Dieser Impuls für gesellschaftliche Interaktion lädt dazu ein, aktiv an einem Aspekt der „sozialen Plastik“ zu formen und

durch eigenes Engagement, Freiräume für das gute Gemeinsame entstehen zu lassen. Mit der Verteilung von 125 Fläschchen des Rosenhydrolats weitet sich der Wirkungsraum von „Blütezeit’“ physisch aus.

Aber viel mehr wird dadurch die Essenz dieser Arbeit verteilt:
Geben, für ein gutes, gemeinsames, gesellschaftliches Miteinander.

Zeitraffer-Video der Rosenernte am ABK

Foto der interaktiven Peformance am Rundgang, 2025, Foto von Nadine Bracht

Foto von Loreen Seznec und Juliane Henning